Village

Village von Pegasus/Eggert für 2-4 Spieler; Autoren: Inka & Markus Brand
Village von Pegasus/Eggert für 2-4 Spieler; Autoren: Inka & Markus Brand
6 von 6 Pankis
6 von 6 Pankis
Village auf dem Pegasus Spieletag in Pankow
Village auf dem Pegasus Spieletag in Pankow
Beschreibung:
Die Spieler führen ihre Familie in einem mittelalterlichen Dorf zu Ruhm & Ehre. Sie senden ihre Familienmitglieder in die unterschiedlichen Lebenslaufbahnen & -aufgaben: Im Handwerk für praktischen Nutzen sorgen, als Glaubensbruder in der Kirche aufsteigen, als Ratsmitglied Karriere machen oder in der Ferne ihr Glück versuchen.
Aber Achtung! Verschiedene Aktionen kosten die Bewohner wertvolle Lebenszeit und lassen sie nach und nach sterben. Gut wenn man sich dann einen ruhmreichen Platz in den Analen der Dorfchronik sichern kann, statt in einem anonymen Grab zu verschwinden.
 
Ablauf:
Zu Beginn jeder Runde werden Einfluss- & Peststeine auf den Aktionsfeldern des Spielplans verteilt. Die Einflusssteine symbolisieren Fähigkeiten (wie Können oder Wissen), die für bestimmte Aktionen benötigt werden. Die Peststeine verringern die Lebenserwartung der Familie.
Reihum nehmen sich die Spieler jeweils einen dieser Steine und führen die Aktion des Feldes aus.
 
Getreideernte: Der Spieler erhält Getreidesäcke, die er auf dem Markt in Siegpunkte bzw. in der Mühle zu Geld umwandelt.
• In den Handwerksgebäuden erstellt man Waren, die man entweder auf dem Markt oder für bestimmte Aktionen benötigt: Planwagen zum Reisen, Pferde oder Ochsen für den Pflug, um die Ernte zu verbessern oder Schriftrollen für den Aufstieg in der Ratsstube. Man kann die Waren mit Einflusssteinen bezahlen oder ein Familienmitglied ausbilden, das dann dort eingesetzt wird. Das kostet Lebenszeit. Weitere Lebenszeit bezahlt man dann für die Produktion der entsprechenden Waren.
• Die Ratsstube erlaubt einem Spieler, für eine Schriftrolle oder Wissens-Einflusssteine ein Familienmitglied in die Ratslaufbahn einzusetzen bzw. aufsteigen zu lassen. Je nach Stufe kann man dann bestimte Privilegien nutzen: Startspieler für die nächste Runde, Einflusssteine oder Waren erhalten.
• Auf dem Markt dürfen alle Spieler mit Waren aus den Handwerksbetrieben Kundenaufträge erfüllen und dadurch Siegpunkte erwerben.
• Mit dem Reisefeld schickt man ein Familienmitglied auf Reisen, um im Laufe des Spiels möglichst viele Orte zu besuchen. Dafür gibt es am Spielende Siegpunkte. Außerdem gibt es in jedem Ort eine Belohnung wie Münze, Einflusssteine oder Siegpunkte. Für jeden Weg zu einem Ort muss man immer Lebenszeit, Einflusssteine sowie einen Planwagen abgeben. 
• Durch die Kirchenaktion gelangen die Figuren auf die Kirchenlaufbahn, für die es ebenfalls Siegpunkte am Ende des Spiels gibt. Glaubensbrüder kann man aber nicht direkt einsetzen. Sie kommen stattdessen in den Klingelbeutel mit neutralen Figuren. Während einer Messe am Rundenende kann jeder Spieler eine seiner Figuren aus dem Sack in die Laufbahn kaufen oder zufällig ziehen lassen.
• Auf dem Familienfeld erhält man ein neues Familienmitglied aus dem Vorrat.
 
Eine Aktion kann solange genutzt werden, solange man sich einen Einfluss- oder Peststein von dort nehmen kann. Wurden alle Steine sämtlicher Aktionsfelder genommen, endet die Runde.
 
Lebenszeit:
Peststeine und zahlreiche Aktionen kosten die Spieler Lebenszeit. Der Anzeiger auf der eigenen Lebenszeitleiste wird dann vorgezogen. Immer wenn dieserer ein bestimmtes Feld überschreitet, stirbt eine eigene ältere (niedrige) Spielfigur. Dazu sind die Figuren mit Zahlen gekennzeichnet. Zunächst erhält man alle 1er-Figuren. Nach und nach dann die Figuren mit den höheren Ziffern.
Eine sterbende Figur kann in die Dorfchronik gelangen, die ebenfalls Ruhmespunkte bringt. Sie kommt in den Bereich, der für den Ort vorgesehen ist, an dem sich die Figur im Moment ihres Todes befand. Sind die Felder bereits alle belegt, wird die Figur in ein anonymes Grab gelegt (was keinen Ruhm bringt).
 
Das Spiel endet, wenn entweder alle anonymen Gräber oder die Felder der Dorfchronik vollständig belegt sind.
  
Familienmitglieder auf Reisen
Familienmitglieder auf Reisen
Der eigene Hof mit Lebenszeitleiste
Der eigene Hof mit Lebenszeitleiste

Fazit:
Village ist ein spannendes Strategiespiel, das den Spielern sehr viele Möglichkeiten bietet. Es gibt sehr unterschiedliche Kategorien, in denen man punkten kann. Versuche ich in allen Bereichen mitzuspielen oder beschränke ich mich auf bestimmte? Außerordentlich gut gefällt mir der pfiffige Mechanismus mit der Lebenszeit und dem Sterben der Figuren! Viele Spieler gehen bei ihrer ersten Partie sehr sparsam damit um. Schließlich scheint der Tod der Familienmitglieder nichts Positives zu sein. Spätestens am Ende merkt man, dass der erste Anschein trügt: Wer rechtzeitig gestorben ist, sichert sich Siegpunkte in der Dorfchronik. Wer zu spät stirbt, den bestraft das Leben? Wohl eher der Tod ... mit einem anonymen und punktelosen Grab. Gut gelungen auch das Verfahren der Aktionswahl: Statt eigene Arbeiter einzusetzen wie bei den meisten Worker-Placement-Spielen, nimmt man sich Erträge vom Spielplan, um die Aktion ausführen zu können.
Der Spielplan und die Holzfiguren sind reizvoll gestaltet und runden die angenehme Spiel-Stimmung ab.
Volle Punkte für das tolle Spiel von Inka & Markus Brand.
 
Auszeichnungen:
- Kennerspiel des Jahres 2012
- Gewinner des Deutschen Spielepreises 2012